08. September 2017 — Verbundforschungsprojekt ASTROSE-Vision gestartet

SOSEWIN: Sensorknoten für ein Erdbeben-Frühwarnsystem

Sehr viele Ballungsräume dieser Erde liegen in erdbebengefährdeten Gebieten, so auch der Großraum Istanbul mit seinen fast 15 Millionen Einwohnern. Moderne Frühwarnsysteme sollen dafür sorgen, dass die Einwohner möglichst früh vor einem drohenden Beben gewarnt werden können. Das aus EU-Mitteln geförderte Projekt SOSEWIN (Self-Organizing Seismic Early Warning Information Network) trägt maßgeblich dazu bei, die Vorwarnzeiten im Raum Istanbul weiter zu verkürzen.

Das seit Längerem bestehende Istanbuler IERREWS-Netz (Istanbul Earthquake Rapid Response and Early Warning System) umfasst zehn Strong-Motion-Stationen. Im Sommer 2008 wurde dieses System um ein dezentrales, sich selbst organisierendes Frühwarnsystem erweitert, das die Potsdamer GFZ in Zusammenarbeit mit der Berliner Humboldt Universität und DResearch entwickelt hat. SOSEWIN ist der Prototyp eines drahtlos über WLAN kommunizierenden Sensornetzwerks, das auch dynamische Dienste auf TCP/IP-Basis unterstützt und große Mengen vorverarbeiteter Daten in Echtzeit übertragen kann. Einsatzschwerpunkte sind kritische Infrastruktur-Punkte, etwa Brücken und Hochhäuser.

Die 20 SOSEWIN-Knoten, die derzeit im Istanbuler Stadtbezirk Ataköy installiert sind und einwandfrei funktionieren, wurden von DResearch entwickelt und gebaut. Ein SOSEWIN-Knoten umfasst eine Sensoreinheit und einen Mini-PC. Die Sensoreinheit besteht aus einem Beschleunigungsaufnehmer, einer GPS-Einheit und einem Signalprozessor für die Datenaufbereitung. Wird an einem Knoten ein vorgegebener Grenzwert der Bodenbeschleunigung überschritten, so kommuniziert er mit den Nachbarknoten des Netzwerks. Zeigen diese im selben Zeitfenster eine vergleichbare Beobachtung, wird dezentral eine Frühwarnung ausgelöst.

Projektpartner

Potsdamer GFZ; Berliner Humboldt Universität, Institut für Informatik